VERGISS DICH! - EIN HYSTERIENSPIEL FÜR ZEHN SPORTHOSEN

VERGISS DICH! - EIN HYSTERIENSPIEL FÜR ZEHN SPORTHOSEN

Eine Produktion der Schauspielabteilung der Konservatorium Wien Privatuniversität

Leistung + Effizienz = maximaler Wohlstand. Und Wohlstand ist Glück. Wir brauchen nicht den denkenden, sondern den arbeitenden Mensch! Wir verbannen Erinnerung und Emotion, machen die Kapazitäten unseres Gehirns frei und schaffen Platz für Effizienz und Leistung! So entsteht der optimierte Mensch. Also: Vergiss Dich! Zum Wohle der Menschheit.

Mit: Aleksandra Corovic, Yael Hahn, Matthias Koch, Benjamin Muth, Nancy Mensah-Offei, Alice Peterhans, Julian Ricker, Christoph Schlag, Steve Schmidt, Josefine Voss

Termine: 12.03.2012 um 20.00 Uhr (Premiere), 13.03.2012 um 20.00 Uhr, 14.03.2012 um 20.00 Uhr

Ort: Theater Brett / Münzwardeingasse 2 / 1060 Wien

EINTRITT FREI!
Kartenreservierung unter kontakt@konservatorium-schauspiel.at oder +43/69918195808

Zum Stück:
Ein sich immer wiederholender Kreislauf aus sportlicher Betätigung, arbeiten, essen, feiern, Sex und schlafen dient als Spiegel einer modernen leistungsorientierten Lebensweise, einer dystopischen Gesellschaft. Dabei überwacht und bestätigt sich die Gruppe in ihrer Funktionalität ständig selbst: Eine rhythmisch wechselnde Kontrollinstanz protokolliert permanent die gesundheitliche Beschaffenheit jedes Einzelnen. Dabei gilt: Je höher die Produktionseffektivität, desto besser die finanzielle Sicherheit sowie das allgemeine Glücksempfinden. Die Gleichung geht auf. Zumindest zunächst, doch etwas scheint in dem perfekten System zu fehlen. Trotz zunehmendem Erfolg wirkt die Fröhlichkeit mehr und mehr ausgestellt, forciert, spannungsgeladen. Die Mitglieder der Gruppe beginnen, sich merklich unwohl zu fühlen, zunächst einer, dann immer mehr. Eine Erinnerung schießt in einem der Arbeiter hoch, er steigt aus der Produktionsmaschinerie aus und teilt sich mit. Eine Erinnerung platzt aus ihm heraus und die handelnden Figuren seiner Geschichte werden auf die übrigen Arbeiter projiziert. Die konkrete Konformität beginnt zu bröckeln; als vager Gegenpol wird eine individuelle Vergangenheit erkennbar. Doch zunächst wird dieser grobe Verstoß innerhalb der Gesellschaftsordnung ignoriert, man versucht, wieder zur normalen Tagesordnung zurückzukehren. Der „Erinnerungsinfizierte“ wird genau beobachtet, ihm bleibt keine andere Wahl, als sich ins System wieder einzugliedern. Doch dann bricht der Nächste aus. So treten immer mehr Erinnerungen zu Tage, schöne und traurige, Erlebnisse aus der Kindheit und Dinge, die vor kurzem erst passiert sind, Erfahrungen, Schicksalsschläge, Abenteuer. Der endgültige Zerfall des Systems scheint damit vorprogrammiert.